Dezember 6, 2007

2.12.07

Martina ist am Donnerstag wieder nach Hause geflogen. Sie hat die knappe Woche bei uns damit verbracht die verschiedenen Projekte zu besuchen, Pläne für neue Projekte zu machen und mit Verena alles Wichtige zu besprechen. Heute Abend kommt dann schon wieder neuer Besuch. Luisa eine neue Feiwillige landet heute Abend um 20 Uhr.

Das Haus in der Stadt ist leider noch nicht fertig. Ich muss mich noch eine Woche gedulden bis wir dort loslegen können.

Diese Woche haben wir den Adventskalender aufgehängt. Er ist wirklich schön geworden. Die Kinder haben sich auch sehr gefreut, auch wenn es nicht ganz einfach ist sie daran zu hindern ihr Paket schon sofort aufzumachen. Aber mittlerweile scheinen sie schon zu verstehen, dass jeder mal dran ist und sie keinen Grund haben eifersüchtig zu sein. Außerdem haben wir im Straßenkinderheim aus Pappmaché Sterne gemacht die wir nächste Woche bunt anmalen wollen. Danach werden wir sie an der Decke im Essraum aufhängen um es dort auch ein bisschen schöner zu machen. Heute Morgen waren wir alle zusammen mit beim Fußball von Imani. Unsere Mädels haben als erste gespielt aber leider ist es nur unentschieden ausgegangen.

5.12.07

Heute Morgen war ich mit Verena bei einer Versammlung von UNICF. Dort wurden verschiedene Projekte analysiert und die Planung für das Jahr 2008 aufgestellt. Ich habe mich sehr gefreut dass ich dort mit hingehen konnte. Es ist mal was ganz anderes die theoretische Seite zu sehen und mit zubekommen wie die verschiedenen Organisationen ihre Projekte managen und was sie für Erfahrungen in der praktischen Arbeit machen. Im Großen und Ganzen sind die Erfahrungen ähnlich, was mir zeigt, das die Probleme, die während der Ausführung der Projekte auftreten, nicht auf persönliche Fehler zurückzuführen sind, sondern auf eine noch nicht ausreichend ausgearbeitete Planung aller Organisationen. Leider mangelt es halt immer wieder an qualifiziertem Personal. Dabei ist meiner Meinung die schulische Qualifikation an sich nicht so wichtig wie der gesunde Menschenverstand und das richtige Gespür. Die Erziehung der Kinder und ihre Autonomisierung können durchaus von „einfachen“ Personen ohne psychologische o.ä. Ausbildung stattfinden, wenn diese genug Engagement und Motivation mitbringen. Es ist noch lange nicht selbstverständlich das Kinder, die mehrere Jahre in einem Heim gelebt haben und im Alter von 18 Jahren diesen Schutzraum verlassen, den Sinn dieser Hilfe verstanden haben. Man hat sich in dieser Zeit um sie gekümmert, ihnen einen Platz zum Schlafen und Essen gegeben, sie zur Schule geschickt, aber wenn sie dann plötzlich alleine da stehen ist es nicht selten so, dass sie wieder in ihr Leben vor dem Heim zurückkehren. Das liegt häufig daran, dass ihnen in der ganzen Zeit nicht vermittelt wurde was sie aus ihrem Leben machen können und das man es versäumt hat die fehlende Erziehung nachzuholen und ihr Selbstbewusstsein gezielt zu stärken. Das Leben in einem Heim sollte dem eines Familienlebens sehr nahe sein, was bedeutet das man sie während der Zeit im Heim erzieht, als Ansprechpartner zur Verfügung steht und sich ihrer Probleme annimmt. Sie sollen nicht einfach nur einen Aufenthaltsort, sondern ein Zuhause haben. Das bedeutet auch die Kinder nach dieser Zeit weiter zu betreuen und sie nicht einfach sich selbst zu überlassen. Man muss ihnen Perspektiven eröffnen und sie ermuntern etwas aus ihrem Leben zu machen. Das ist genau das was wir versuchen. Die Aufgabe der Freiwilligen im Heim ist es unter Anderem, den Heimleitern zu vermitteln, das sie für die Kinder als engste Bezugspersonen gelten und sie dementsprechend begleiten müssen. Das Verständnis von Familie, wie wir es verstehen, existiert hier meistens nicht. Zudem begleitet die Fondation auch diejenigen, die für die Heime zu alt werden auf ihrem Weg ins Arbeitsleben sind, indem kleine Häuser für Wohngemeinschaften bis zu 8 Personen gemietet werden. Die jungen Erwachsenen leben dort alleine, versorgen sich mit Hilfe der Fondation selbst und werden regelmäßig von Betreuern besucht.

So das war mal ein etwas anderer Eintrag, das nächste Mal erzähle ich euch dann wieder mehr über die Sachen die wir mit den Kindern gemacht haben!

 

Nikolaus

Ihr lieben ich hoffe ich hattet einen schönen 6. Dezember. Ich habe dieses Jahr dann mal auf meinen Schokonikolaus verzichtet…*g*

Heute morgen waren Ruth und ich im Kindergarten und haben vorher auf dem Markt Obst und Gemüse gekauft. Vollbeladen gings dann mit etwas Verspätung hinauf nach Sororezo. Den Kindern haben wir abwechselnd die Augen verbunden und sie mussten erraten mit was sie da gefüttert werden. Zu unserer Überraschung ging es sehr zivilisiert zu und am Ende haben wir dann Alles verteilt. Die haben sich riesig gefreut und sogar die Paprika verschlungen. Dabei weiß ich genau dass die so was eigentlich nicht so gerne essen, jedenfalls zu Hause im Heim nicht. Danach habe ich mit Kerstin gewaschen, jedes Mal wieder ein Aufwand und alles was man davon hat sind Blasen an den FingernL. Heute Nachmittag haben wir Rose im Krankenhaus besucht. Sie hat zu wenig Blut und bekommt Transfusionen. Morgen kommt sie aber wieder nach Hause. Leider finden die Ärzte hier nicht die Ursache für ihren Blutmangel. Ich hoffe die noch ausstehenden Tests bringen Klarheit.

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