Oktober 30, 2007

Hallo zu Hause,

 

gestern war der große Besuch in Kanyosha. Zuerst haben die Jungs den norwegischen Prinz am Flughafen mit ihrern Trommeln begrüßt und danach war dann eine Pressekonferenz, Tanz und Besichtigung im Heim angesagt. Die Kinder haben das Heim wunderschön geschmückt mit Blumen und Tüchern. Überall standen Polizisten und Journalisten die das Heim überfluteten. Ganz schön aufregend für das ganze Viertel und vor allem natürlich für die Kinder. Haben ja alle mitbekommen das wichtiger Besuch da war. Verena hat am Schluss nach dem Gespräch sogar zusammen mit dem Prinz in der Mitte des Platzes getrommelt. Leider kann ich über die Inhalte der Gespräche nichts schreiben, weil ich immer zu weit weg war. Verena meinte aber, dass der Prinz sehr zufrieden war und sich wohl gefühlt hat. Er hat sich am Ende bedankt und die Arbeit der Fondation gelobt. Es waren auch zwei der Mütter aus Kamenge dort um mit ihm zu reden.

Am Samstag war ich den ganzen Tag mit Khadja-nin und ihrem Mann unterwegs. Zuerst waren sie im Chez André, dort haben wir uns lange über verschiedene Projekte unterhalten und neue Ideen entwickelt. Gegen Mittag bin ich dann mit Celestine und dem Geld für die Schuhe auf den Markt gegangen. Dort musste ich mich dann zuerst im Hintergrund halten, weil der Preis für die Schuhe sonst viel zu hoch gewesen wäre. Immer wenn die Händler Weiße sehen steigen die Preise explosionsartig. Als sie dann den Preis verhandelt hatte bin ich dazu gekommen um die Größen und die Anzahl der Schuhe anzugeben. Der Typ hat vielleicht blöd aus der Wäsche geguckt und war zudem auch ziemlich böse glaube ich. Er hat sich verständlicher Weise verarscht gefühlt und hat dann voll lange gebraucht um uns alles zu geben und war die ganze Zeit am Meckern. Es wäre fast soweit gekommen das er uns die Schuhe nicht mehr verkaufen wollte. Gott sei Dank hat er es sich dann doch anders überlegt, wäre ja auch blöd von ihm sich den Verkauf von 31 Paar Schuhen entgehen zu lassen. Insgesamt waren wir 2 Stunden auf dem Markt, ziemlich anstrengend, es war zudem noch super heiß am Samstag und der Markt war total überfüllt.

Da muss ich unbedingt noch von einem tollen Ereignis berichten!! Ich habe, nachdem wir die Schuhe gekauft haben, noch ca. 45 Mintuen draußen am Taxistand auf Celestine gewartet, weil sie noch einen Fußball kaufen musste. Die ganzen Straßenkids die immer überall rumspringen haben mich wie üblich angesprochen und nach Geld gefragt. Da ich grundsätzlich nie Geld gebe, weil es einfach ungerecht wäre nur einem Kind etwas zu geben, hat sich der Großteil schnell verzogen. Einige sind jedoch bei mir stehen geblieben und wir haben uns ein bisschen auf Kirundi unterhalten. Sehr schwer aber es ging. Kurz bevor ich dann gefahren bin hat mir einer von den Jungs ein Bonbon geschenkt!!!! Ich habe meinen Mund fast nicht mehr zubekommen so überrascht und erstaunt war ich. Ich hätte den am Liebsten geknuddelt und ihm doch noch Geld gegeben. Ich habe mich so geärgert, dass ich wirklich nichts in der Tasche hatte. Normalerweise habe ich immer irgendwas dabei. Brot oder Obst vom Markt oder eben auch Bonbons.

An diesem Beispiel kann man mal wieder sehen wir gutherzig und offen die Kinder hier trotz ihrer Armut sind. Er hat sich bestimmt einfach wahnsinnig gefreut, dass ich mich mit ihm unterhalten habe und das auch noch auf Kirundi. Naja ich weiß nicht ob ich meine Gefühle, die ich in dem Moment hatte richtig rüber bringen kann. Es war einfach wunderschön!

 Danach hat uns Khadja-nin dann zu sich ins Hotel zum Essen eingeladen. Sie ist wirklich super nett und überhaupt nicht arogant oder unnahbar. Ganz im Gegenteil. Wir haben uns richtig amüsiert! Gegen 16 Uhr sind wir dann nach Kanyosha um die Schuhe zu verteilen. Dort haben alle Kinder Schuhe bekommen, die noch keine hatten. Für viele Neue ist das das erste Mal, dass sie überhaupt eigene Schuhe besitzen. Sie haben die neuen Errungenschaften abgeknutsch und haben dabei Luftsprünge gemacht! Deswegen wollten wir auch das Khadja-nin ihre Spende selber verteilt. Es ist doch das schönste zu sehen, wie die Kinder sich freuen. Zum Schluss hat sich auch für mich noch was ergeben. Und zwar würden Khadja-nin und ihr Mann von einem Mädchen begleitet die Lisa heißt. Sie ist 24 Jahre alt, Französin und hat Jura studiert. Jetzt ist sie in Burundi und plant innerhalb von einem halben Jahr verschiedene Praktika zu machen. Sie beginnt diese Woche in Ryigi. Dort ist der Sitzt von Maguerite Barankitese. Eine sehr bekannte Frau die sich seit Jahren um die Bedürfnisse von Waisen  Armen und Kranken kümmert. Lisa hat mich gefragt ob ich nicht Lust hätte sie während ihres 3 wöchigen Aufenthalts dort besuchen zukommen. Ich habe zugestimmt und werde wohl im Laufe der nächsten Woche die Busreise dorthin antreten. Der Ort liegt im Inneren des Landes. Ich freue mich wahnsinnig darauf und hoffe viele neue Anregungen und Erfahrungen sammeln zu können.

Außerdem haben wir Zuwachs im Heim!! Seit gestern kann ein Zwillingspärchen das „Centre Uranderera“ sein Zuhause nenne. Die beiden sind etwa 2 Monate alt, genau kann man es nicht sagen, weil wir keine Mama zu den Babys haben. Der Junge und seine Schwester wurden im Inneren des Landes in der Nähe von Gitega in einem Gebüsch gefunden. Die Leute die sich in den ersten Tagen um die beiden gekümmert haben, haben sich an Verena gewandt und um ihre Aufnahme gebeten. Jetzt hat Verena eine Frau eingestellt, die sich um die zwei kümmert und mit ihnen in einem Zimmer bei uns Zuhause wohnt. Vielleicht finden wir irgendwann eine Pflegefamilie, aber bis es soweit ist bleiben sie bei uns. Kerstin und ich habe uns schon den ganzen Morgen um sie gekümmert. Da will man ja am liebsten gar nicht mehr weg!! Naja aber die anderen Arbeiten dürfen ja auch nicht liegen bleiben. Wir bringen jetzt gleich noch Babysachen ins Heim und danach fahren wir nach Kamenge zu den Müttern dort.

 

Oktober 25, 2007

Diese Woche begann mit dem Besuch von „Khadja-nin“ im Straßenkinderheim und in Kamenge. Sie ist eine burundische Sängerin, die in Monaco lebt und recht bekannt ist. Sie hat die Heime mit Unicef zusammen besucht. In Kanyosha haben die Jungs ihre Besucher mit Trommeln und Tanz begrüßt. Khadja-nin war zu Tränen gerührt und hat das ganze Spektakel klatschend und tanzend verfolgt. Einige der Jungs sangen dann noch selbst einstudierte Lieder und spielten dazu Gitarre. Zu ihrer großen Freude sangen sie einleitend eines von Khadja-nin’s Liedern. Die Kinder und Verena wurden später von den Reportern interviewt und die Sängerin plauderte noch bestimmt 30 Minuten im gemütlichen Stuhlkreis mit den Kids. Eine ihrer Fragen war: „Was wünscht ihr euch denn so?“ Tja wie konnte es anders sein, die Jungs wollten natürlich Schuhe und ´nen Fußball. So kommt es, dass ich am Samstag mit Khadja-nin, ihrem Ehemann, dessen Tochter und Bienvenu, dem Heimleiter, auf den Markt gehe, mit einer sehr langen Liste, um Schuhe für die ganze Mannschaft kaufen zugehen. Das kann was werden sag’  ich euch! Ich freu mich wahnsinnig darauf den Jungs dann die Ladung Schuhe ins Heim zu bringen. Das ist so großzügig von ihr! Auch wenn jetzt vielleicht viele sagen „naja die hat ja auch genug Geld“. Es gibt genug Menschen auf die das zutrifft und die trotzdem nichts tun. Außerdem wird die Fondation Stamm noch eine Geldspende von ihr und ihrem Mann bekommen. Er war heute im Chez André und wir haben uns recht lange unterhalten, sodass ich mir einen Eindruck von seiner herzlichen Art machen konnte. Ich bin mal gespannt wie viel sie spenden werden.

Dienstag waren Kerstin und ich in Kamenge bei den Mamis. Wir werden jetzt jede Woche hinfahren. Wir wollen dort so eine Art Spielgruppe machen um das Mutter-Kind Verhältnis zu verbessern und um den Müttern zu zeigen, dass ihre Kinder nicht nur lästige Anhängsel sind. Wir werden zusammen malen, basteln und turnen und wir hoffen das diese Aktivitäten den Müttern und Kindern Raum geben für eine schöne gemeinsame Zeit ohne Stress und Druck. Ich hoffe wir können das so umsetzen wie wir uns das vorstellen.

Im Heim zu Hause läut auch alles gut. Wir haben gestern neue Regeln aufgestellt, bzw Regeln aufgefrischt die schon bestanden. Die Kids sind einfach zu chaotisch geworden. Jetzt gibt es einen festen Spielzimmer-/Musik-/und Fernsehplan. Der Lehrer der im Heim arbeitet hat auch feste Zeiten in denen er die Hausaufgaben mit den Kindern machen muss und wir hoffen, dass jetzt bald wenn der Streik vorbei ist wieder Ordnung einkehrt. Naja Ordnung ist ja bei 65 eh zuviel gesagt, aber das ist gar nicht schlimm. Komplett ohne Trubel wäre ja langweilig!!

Wir haben auch Fotos von Philipp verteilt. Leider waren nicht für alle Kinder welche dabei. Dafür sind vielleicht noch welche von Julia dabei für diejenigen die noch keine haben. Ihr Paket ist heute angekommen. Die Kids werden sich wahnsinnig freuen!! Danke auch für deinen Brief und die Schokolade liebe Julia, du weißt eben am besten an was es einem hier mangeltJ!!! Das Paket das wir mit Ketten und Souvenirs von hier nach Deutschland schicken geht heute Mittag raus denke ich. Darin sind Dinge die Philipp und Lena bei Vorträgen und auf dem  Weihnachtsmarkt verkaufen wollen. So hoffen wir auf einen Gewinn der den Kindern hier zu Gute kommt.

Tja soweit war’s das erstmal wieder mit Neuigkeiten. Am Montag werde ich wieder neues berichten können, denn am Wochenende ist hier Bierfest wie beim Oktoberfest. Organisiert wird es von einem Deutschen. Ich bin mal gespannt wie es wird und hoffe auf gemischtes Deutsch/Burundisches Publikum. Außerdem kommt am Montag der Prinz von Norwegen mit seiner Frau ins Straßenkinderheim. Es steht ein riesiger Empfang am Flughafen an, bei dem die Jungs trommeln und danach wird eine Führung durch das Heim, inklusive Pressekonferenz, gemacht!!

Oktober 19, 2007

Vorgestern war ich mit vier Mädels aus unserem Heim in der „Mühle“. Die Kinder müssen sich immer abwechselnd um den Einkauf des Mehls kümmern, aus dem dann der Maisbrei fürs Essen gemacht wird. An diesem Tag bin ich mit ihnen gegangen. Die „Mühle“ ist eine Standmühle, die im Garten eines normalen Familienhauses steht. Ich habe auf dem Fußweg dorthin immer nach einer größeren Mühle Ausschau gehalten und war dann ziemlich überrascht, als wir in dieses Grundstück eingebogen sind. Dort haben wir dann etwa eine Stunde gewartet bis der Mann des Hauses den Sack Mais zu Mehl gemahlen hat. Es hat mich sehr erstaunt zu erfahren, dass die Kinder diese Tour alle zwei Tage machen, weil das Mehl nur für anderthalb Tage, also drei Mahlzeiten reicht. Den schweren Sack haben wir dann in einer Schubkarre zurück zum Heim geschoben. Dabei haben sich die Mädels abgewechselt. Als ich ihnen sagte, dass ich aber auch schieben muss, weil ich ja schließlich mitgekommen bin und es nicht geht, wenn die vier sich abmühen und ich garnix mache haben sie sich zuerst geziert. Ich kann euch sagen ich war ganz schön erstaunt wie schwer das verdammte Ding war. Vor allem Bergauf!! Jetzt kann ich gut verstehen warum sie zu viert oder zu fünft losziehen um einen Sack Mehl zu holen. Ohne dass man sich abwechselt wäre es viel zu anstrengend! Zuhause angekommen habe wir dann unseren Beauty-Tag nachgeholt, der ins Wasser gefallen ist als Imani im Gefängnis war. Leider habe ich es nicht geschafft das früher nachzuholen… Naja nach getaner Arbeit also haben wir uns in ein Zimmer der Mädels zurückgezogen und uns gegenseitig Maniküre und Massage verabreicht. Die Mädels waren so happy! Ich denke das machen wir jetzt regelmäßig. Es kommt ja sonst nicht so oft vor, dass sie sich eincremen können, für sie ist das eben purer Luxus. Gestern Morgen war ich wieder im Kindergarten. Da Kerstin, Ruth, Imani und Laura mit Verena nach Ngozi gefahren sind war ich alleine oben. Habe mir schon Gedanken gemacht wie ich das Hinbekommen soll und was ich denn am Besten mache. Im Endeffekt ist alles gut gelaufen. Habe Malbücher und Buntstifte mitgenommen. Nach dem üblichen anfänglichen Chaos was das (gerechte) Verteilen angeht haben dann alle brav auf ihrer Bank gesessen und gemalt. Dabei haben mir Thierry, der Lehrer, und zwei Jungs aus dem Dorf geholfen. Es ist eigentlich immer so, dass, wenn wir da sind, unzählige Leute um das ganze Gebäude rum stehen und uns bei der Arbeit zugucken. Da habe ich mir gedacht: können ja auch mithelfen wenn sie schon da sind!! Die meisten Menschen dort oben haben noch nicht besonders viel Kontakt zu Weißen gehabt und sind verständlicher Weise super neugierig. Sie fragen sich, was wir denn da so anstellen und wollen alles ganz genau mitbekommen. Außerdem bringen wir ja regelmäßig interessante Sachen mit und vielleicht hoffen sie ja auch, dass was für die dabei abspringt. An den ersten Zwei Tagen dort oben war mir das richtig unangenehm so beobachtet zu werden, aber jetzt bemerke ich das schon fast nicht mehr. Gestern Mittag war ich dann in Buyenzi. Ich habe dort Cesar, den Trommellehrer der Jungs besucht. Wir hatten uns verabredet zum Französisch lernen. Er spricht nur Kirundi und Suaheli. Dazu ist es dann aber gar nicht gekommen. Ich denke es war ziemlich stolz, dass ich sein zu Hause besuche und hat mich allen möglichen Nachbarn vorgestellt. Buyenzi ist ein ziemlich armes Viertel und zuerst hatte ich Zweifel, ob es richtig wäre dorthin zu gehen. Ich wollte nicht, das die Mensche neidisch werden, oder denken ich hätte Geld dort gelassen. Das hätte dann nämlich sehr unangenehm werden können für Cesars Familie. Er hat jedoch alle Bedenken beiseite geschoben und so bin ich eben hingegangen. Ich habe ganz leckeres Essen bekommen: Maniocbrei mir kleinen Fischen aus dem Tanganyikasee! Beatrix, Cesars Frau und seine Kleine Tochter waren auch da. Zum Essen hat mir Beatrix ein traditionelles Tuch gegeben, das ich mir um die Hüfte binden sollte. Ich habe nachher raus gefunden, dass es hier so üblich ist, damit sich die Besucher nicht die Kleidung dreckig machen. Wie ihr mich kennt hätte es gut sein können das ich mich bekleckere, erstrecht weil wir im Sitzen auf dem Boden und mit den Händen gegessen haben, wie es hier bei den ärmeren Menschen normal ist. Ich bin ungefähr zwei Stunden dort geblieben. Die Zeit war wirklich schön und ich habe versprochen wiederzukommen. Heute habe ich mein Kleid und den Rock vom Markt abgeholt, die ich mir habe nähen lassen. Ich bin jetzt richtig afrikanisch*g*. Heute Mittag geht’s ab nach Kajaga in die Schule.

Oktober 16, 2007

Nach einem schönen Wochenende hat auch die nächste Woche gut angefangen. Am Sonntag haben Kerstin und ich mit unseren Englischschülern im Straßenkinderheim die Simpsons auf Englisch geguckt. Leider fehlen mit Boxen für den PC sodass alle ganz leise sein mussten um alles zu verstehen. Danach habe ich noch Fotos vom Umzug mit ihnen geguckt. Ich hatte das Gefühl, dass die Fotos deutlich mehr Begeisterung ausgelöst haben als der Film…Kann ich auch gut verstehen, schließlich bekommen sie nicht so oft Bilder von sich selber zu sehen.

Am Montag war ich dann mit Kerstin im kindergarten auf „dem Berg“. Wir haben Bauklötze mitgenommen und zwei große Matten zum drauf sitzen. An diesem Tag waren nicht alle Kinder da. Es fehlten ungefähr 10, was bei einer Menge von 50 nicht wirklich viel ausmacht, auch wenn es natürlich im Nachhinein etwas entspannter war so zu arbeiten. Da im Moment die Lehrer der Sekundarstufe streiken (wollen mehr Geld) haben auch die Eltern der Kleinen gedacht, dass sie ihre Kinder nicht schicken müssen. Eine Versammlung zur Aufklärung dieses Missverständnisses steht aber in den nächsten Tagen an!

Wir haben also die Schulbänke zur Seite geräumt und die Matten ausgerollt. Als ich die Bauklötze in die Mitte geschüttet habe sind alle ganz wild durcheinander gelaufen und haben  sich die Taschen und Kleidchen voll gestopft um damit raus zu rennen!! Kerstin, die in der Mittte des ganzen Durcheinander gesessen hat war gar nicht mehr zu sehen geschweige denn das eine von uns auch nur den Mund aufbekommen hätte um die Kinder aufzuhalten. Wir waren einfach nur total verdutzt!! Thierry, dem Lehrer, sein Dank das alle nach kurzer Zeit wieder zurück waren inklusive Bauklötze! Dann mussten wir den Kids erstmal erklären, das sie die Sachen die wir mitbringen nicht hamstern müssen, weil wir ja wiederkommen und Teilweise auch Spielzeug für sie in dem Dorf lassen werden. Nach dieser Aufregung haben die Kleinen dann 2 Stunden lang hochkonzentriert und begeistert Türmchen, Häuser und andere Gebilde gebaut. Ich habe tolle Fotos gemacht, vielleicht schaffe ich es ja irgendwann mal mit dem Hochladen. Leider dauert das ewig und mir fehlt die Geduld dazu…

Letzte Woche haben wir mit den Kindern gemalt und Ruth und Kerstin haben ein großes Tuch mit den Handabdrücken und Namen aller gemacht. Das hängt jetzt in dem Raum und macht ihn ein wenig gemütlicher. Ich hoffe es wird nicht geklaut. Leider Kann man den Raum nicht verschließen. Außerdem hat er eh keine Fenster die verschließbar sind. Wenn man also die Tür zumachen würde, könnte jeder durch die Öffnungen die als Fenster dienen, einsteigen. Gestern Mittag war ich dann wieder in Kanyosha. Cesar der Trommellehrer hat die Trommel repariert. Das Geld für die Felle haben die Kinder selber durch Auftritte verdient. Ich finde es wichtig, dass sie auch ihren Teil dazu beitragen. So sehen sie, das sie auch selber dazu in der Lage sind Geld zuverdienen und es sinnvoll anzulegen.

Die 8 großen Jungs aus dem Straßenkinderheim, die nach Kamenge in ein eigenes kleines Häuschen umgezogen sind müssen das jetzt auch verstehen. Verena hat ihnen dieses Haus gemietet, damit sie lernen selbstständig zu leben. Ich habe sie letzte Woche besucht und wurde direkt bombardiert mit: „Wir brauchen eine Lampe um Abends lernen zu können, wir brauchen einen Tisch und Stühle, wir wollen eine CD aufnehmen, wir wollen Fotos machen, kannst du uns Kameras kaufen?“ usw.. Wir haben uns auf folgendes geeinigt: Ich leihe ihnen meine Kamera für einige Anlässe. Sie wollen, gegen Bezahlung, Portraitfotos von Leuten machen. Wenn das funktioniert und ich sehe, dass sie Geld damit verdienen, kaufen wir eine Kamera. Wenn die dann die Hälfte von dem Geld, das sie für die Aufnahmen ihrer Lieder brauchen, zusammen haben, geben wir den Rest dazu. Das ist soweit erstmal nur eine Idee, ich hoffe es wird sich so umsetzen lassen. Das Problem mit dem licht gestaltet sich schon ein bisschen schwieriger. Batterien halten nicht lange genug und Petroleum stinkt zu sehr. Da das Haus sehr klein ist (es besteht aus 2 Zimmern für 8 Jungs) staut sich die Hitze eh schon darin und die zwei kleinen Öffnungen (man kann sie kaum als Fenster bezeichnen) reichen nicht aus um die Luft vernünftig zirkulieren zu lassen. Naja aber alles in allem fühlen sie sich sehr wohl, sie haben ihre Ruhe und können sich frei bewegen und das ist ja erstmal viel wert besonders wenn man vorher immer mit 110 anderen Kids gelebt hat.

Gerade ist ein Haufen Pakete angekommen unter anderem eins von Marie!! Danke für die Schokolade (mit Nüssen!!!!), die wird sofort heute Abend gemeinsam mit Kerstin und Ruth vertilgt!! In den anderen Paketen sind tolle Medikamente gegen Malaria und vieles mehr. Verena hat sich sehr gefreut. Solche Sachen bekommt man hier einfach nicht.

Das Paket von Philipp und Lena ist auch endlich angekommen. Lena deine Fotos sind schon fast alle verteilt, Philipp deine werden wir gemeinsam mit Clothilde in den nächsten Tagen verteilen. Leider weiß ich noch nicht genau was sonst in dem Paket war, weil ich gestern nicht dabei war als es aufgemacht worden ist. Jedenfalls werden die Fotos die Kinder sehr glücklich machen!! Die Erinnerung an euch festgehalten auf einem Bild das sie dann auch noch behalten können ist was ganz besonderes!

 Also dann sag ich mal:

 Tuzosubira, eure Nadine

 

Lang ists her….

Oktober 9, 2007

Lang lang ist’s her, ich weiß, aber da mein Laptop kaputt war habe ich das Schreiben auf später verschoben. Ich sitze gerade am Pool am Tanganyika Club Hotel und genieße die Sonne. Sehr überraschend vielleicht, aber das gibt es auch hier. Wir haben ein deutsches Ehepaar kennen gelernt, das uns heute eingeladen hat im Pool zu schwimmen. Sie interessieren sich für unsere Arbeit und haben schon 100 Dollar gespendet für die Kinder das werden wir heute sofort in Schulhefte umwandeln und einen Teil an die Ernährungsstation weiterleiten. Vielen Dank für eure Unterstützung!!

Heute Morgen waren Kerstin und ich das erste Mal in der Schule oberhalb von unserem Heim. Diese Schule wurde Verena von einer Norwegischen Organisation überlassen die  dort nicht länger tätig sein möchte. Das Gebäude wurde von ihnen errichtet. Die Schule besteht aus zwei Klassenräumen die durch Holzlatten von einander getrennt sind. Alles in allem ziemlich luftig. Nicht das ihr euch ein Gebäude aus Beton vorstellt. Man kann durch die Latten gucken und man hört eigentlich auch jedes Wort das in der Nachbarklasse gesprochen wird. Die Norweger haben jedoch das Interesse an diesem Projekt verloren und haben ihre Arbeit nun auf die ländlichere Region verlegt. Verena hat schon vorher mit den Menschen aus diesem  Viertel gearbeitet und hat uns ihnen letzte Woche vorgestellt als wir die Schule besichtigt haben. Da ist uns dann die Idee gekommen dort einen Kindergarten zu machen. Die Kinder in der Schule sind alle zwischen 3 und vielleicht 15 Jahren alt, sodass es eigentlich unmöglich für nur eine Lehrerin ist dort vernünftig zu unterrichten. Außerdem waren in der Klasse rund 50 Kinder die ihre Aufmerksamkeit beanspruchten. Verena hat jetzt einen Lehrer für die Kleinen eingestellt und wir Kerstin, Ruth und ich wechseln uns mit der Arbeit dort ab, sodass jeden Tag jemand von uns dort ist um mit den Kids zu basteln oder zu malen oder Bewegungsspiele zu machen.

Es ist wirklich beeindruckend, wie sich die Landschaft verändert wenn man nur eine viertel Stunde weit aus der Stadt läuft. Die Schule liegt ganz nah, man muss nur den Berg hinter dem Heim rauf laufen. Von dort hat man einen fantastischen Ausblick über ganz Bujumbura, den See und die Berge vom Kongo. Heute hatten wir so klare Sicht, das sich auch die Farben der Felder, des Wassers und der Berge ganz deutlich von einander abgehoben haben. Nicht nur die Aussicht und die Landschaft dort oben sind anders, auch die Häuser und die Menschen unterscheiden sich sehr von denen aus unserem viertel. Sie leben in winzigen Hütten aus Planen oder in etwas größeren Holzhütten ohne Strom und Wasser. Verena hat dort mehrere stabilere und größere Lehmhütten bauen lassen, sodass die Situation schon besser geworden ist. Ich bin ziemlich froh, dass wir dieses Projekt jetzt begleiten können, weil es so ganz anders ist als die Sachen die wir sonst machen. Die Arbeit mit den Kindern im Heim ist zwar auch super, aber sie haben es ja eigentlich schon so gut im Vergleich zu den Kindern dort. Sie können in einem sauberen Bett schlafen und haben was zum anziehen. Die Kinder die um die Schule herum wohnen haben es da deutlich schlechter. Ich bin froh jetzt auch was für sie tun zu können. Durch den Kindergarten können auch viel mehr Kinder die Schule besuchen. Es haben dich jetzt schon doppelt so viele eingeschrieben wie vorher. Leider müssen wir die Anzahl der Kinder eingrenzen, da es eben nur zwei Räume gibt. Zumindest ist die Lehrerin jetzt entlastet und die Kinder können in zwei Altersgruppen eingeteilt werden.

Kerstin und ich haben heute mit ihnen Ball gespielt und aus Papier Bote gefaltet. Man hat gesehen, dass die Kinder so was zum Ersten Mal machen. Sie haben überhaupt nicht verstanden wie sie das anstellen sollen. Erst nach einer ganzen Weile haben einige es hinbekommen einen geraden Knick ins Papier zu machen. Das war vielleicht was!!! Gott sei Dank war der Kindergärtner die ganze Zeit dabei und konnte übersetzen. Die Kinder dort haben ja noch nie eine Schule besucht und sprechen kein Französisch. Unser Kirundi ist leider auch noch längst nicht ausreichend, auch wenn wir natürlich fleißig üben.

Letzte Woche Sonntag bin ich bis Mittwoch nach Gitega gefahren. Ich habe Thierry dorthin beleitet. Er ist ein Junge aus unserem Heim der gerne ins Internat wollte. Dank Ludwig Kamm und Schwester Candida hat er jetzt einen Platz in Bukirazasi, etwa 30 Km entfernt von der ehemaligen Hauptstadt Burundis.

Thierry und ich haben Sonntagmorgen um 8 Uhr den Bus nach Gitega genommen. Gitega liegt 102 Km entfernt. Man erreicht die Stadt über eine einzige asphaltierte Straße, die sich scheinbar endloslang die Berge hoch schlängelt. Die Landschaft entschädigt einen jedoch für jedes Schlagloch. Palmen weite Täler und ein Ausblick den man nicht mehr vergessen kann. Die Menschen die auf dem Land leben, haben eigentlich alle kein Auto, sodass sie ihre Ernte auf ihren Köpfen tragen oder auf Karren ziehen. Wenn sie Fahrräder haben dann wird dort so viel wie nur möglich drauf geladen. Es ist also nicht unwahrscheinlich das einem ein halbes Rind auf einem Gepäckträger begegnet. Um in die Berge nach Hause zu kommen ist es auch sehr beliebt sich seitlich auf die Stange seines Fahrrads zu setzen und sich dann einfach einen der vielen LKW zu hängen die sich langsamer den Berg hoch bewegen als Pickups und Motorräder. Das ist ein ganz schön witziges Bild, oft hängen hinter einem LKW 6 Jungs die sich ziehen lassen. Hier ist das noch nicht verboten, in Ruanda aber schon. Ich kann gut verstehen, dass die Leute es so machen, schließlich ist es deutlich schneller und weniger anstrengend. Auf der anderen Seite ist es so gefährlich wie wohl wenige andere Dinge. Die Gefahr überfahren zu werden nachdem man sich losgelassen hat oder zu stürzen ist einfach zu groß.

Als wir nach der 2 stündigen Fahrt angekommen waren sind wir zunächst zu Fuß mit Sack und Pack ins unser eigenes Heim, das Straßenkinder Heim, gelaufen. Dort leben zurzeit 13 Jungs. Das Haus bietet außerdem Platz für die Ausbildung von ca. 40 Mädchen und Jungen zur/zum Näher/in und Schreiner.

Am Mittag hat mich dann der Heimleiter, Ferdinand mit dem Motorrad zum Zachäus Heim gefahren. Es liegt genau auf der anderen Seite von Gitega. Dabei muss man bedenken, das Gitega quasi wie ein Halbkreis um das Tal in der Mitte gebaut ist. Es gibt in dem Tal nämlich keine Häuser und keine Straße, nur Felder. Die Häuser säumen die Hänge von zwei Bergen und um auf die andere Seite zu gelangen muss man eben dieser einen Straße folgen.

Das Zachäus Heim ist ein Heim für Körperbehinderte Kinder und wird von Nonnen geleitet. Unterstützung bekommt es durch Pastor Ludwig Kamm aus Tönisvorst und der dortigen Gemeinde.

Ich habe dort meine drei Nächte in Gitega verbracht. Hier möchte ich mich noch mal ganz herzlich für die Gastfreundschaft und die tolle Verpflegung bedanken die mir Schwester Candida, ihre Kolleginnen und die Kinder haben zukommen lassen! Die Kinder sind wirklich super, trotzt ihrer Behinderungen strahle sie soviel Lebensfreude aus. Oft haben die Kinder Beinprothesen, es fehlen ihnen Finger oder sie haben eine Missbildung des Rückens. Teils stammen die Behinderungen von Unfällen, teils sind sie während dem Krieg oder durch Aufstände entstanden. Es ist schon sehr schlimm sich vorzustellen was sie durchmachen mussten. Manchen Kindern wurden beispielsweise böswillig die Gliedmaßen abgetrennt.

Um so schöner ist es zu wissen, das diesen Kindern ermöglicht wird zur Schule zu gehen und eine Ausbildung zu machen, trotz Behinderung, was in diesem Land bei weitem keine Selbstverständlichkeit ist.

Am nächsten Tag wollten wir dann mit Thierry ins Internat. Leider hatte Candida eine Autopanne und die Fahrt musste auf Dienstag verschoben werden. Ich habe die Planänderung genutzt und bin zu Fuß in unser Heim spaziert. Dort habe ich mit den Jungs Dame gespielt und wir haben die Gegend erkundet. Dienstag ging es dann endlich los. Ich finde es schwer zu beurteilen wie Thierry sich gefühlt hat. Er ist ein ziemlich ruhiger Junge. Ich hatte aber das Gefühl das er sich gefreut hat. Schließlich war es sein sehnlicher Wunsch auf ein Gymnasium zu gehen und einen vernünftigen Abschluss zu machen. Ich hatte eine schöne Zeit mit ihm und wir haben verhältnismäßig viel geredet. Ich denke er wird es gut haben und nach seiner Eingewöhnungszeit auftauen. Die Kinder im Internat, Jungen und Mädchen, machten auf mich einen aufgeschlossenen und sympathischen Eindruck. Wie ihr seht mache ich mir ziemlich Gedanken darüber, ob es ihm gefällt und ob es ihm gut geht. Eigentlich brauche ich da keine Zweifel haben, aber da ich diejenige war, die den Kontakt zu Candida und Ludwig Kamm hergestellt hat und somit auch verantwortlich für Thierrys Umzug bin frage ich mich ob es alles so richtig war…Was gut ist, ist denke ich das er jetzt direkt in die 11 Klasse kann und die 10. nicht wiederholen muss. Außerdem kann er sein Abitur mit dem Schwerpunkt auf Sprachen machen und kann der  Mathematik entkommen *g*.

Der abschied war für mich ganz schön schwer, als ich ihn da so zurück lassen musste, aber er kommt uns weihnachten ja schon wieder besuchen.

Am nächsten Tag bin ich dann mit meinen Gastgebern zurück nach Bujumbura gefahren. Abends waren wir beim deutschen Botschafter eingeladen um den Tag der Deutschen Einheit zu feiern. Es war eigentlich ganz amüsant. Vor allem weil mir aufgefallen ist wie viele Leute ich eigentlich schon kenne hier.

Zurzeit haben wir Besuch aus Deutschland. Eigentlich kann man das gar nicht so sagen, weil Kim und Tanja schon ein Jahr durch Afrika reisen mit ihrem Auto. Sie haben von uns über Paul und Maria gehört, die vor ca. einem Jahr im heim gecampt haben. Es ist für die Kinder ganz schön aufregend so ein Campingauto vor der Tür zu haben. Sie freuen sich ja sowieso immer über netten Besuch und haben die Beiden sofort herzlich aufgenommen. Kim und Tanja haben auch 50 Dollar gespendet. An dieser Stelle nochmal ein herzliches Dankeschön an euch!

Gestern haben Ruth, Kerstin und ich Das Spielzimmer umgestaltet. Wir haben den Kindern eine Kuschelecke eingerichtet und es allgemein ein bisschen wohnlicher gemacht. Jetzt fehlt nur noch das geplante Wandbild.

Die Zimmer der Jungs, insgesamt 7, haben wir auch gestrichen und die Türen sind repariert. Jetzt haben sie wieder ein bisschen Ordnung in ihrem Zuhause.

Hinter dem Haus der Jungs entsteht im Moment unser Gemüsegarten. Der Zaun ist fertig, wir warten eigentlich nur auf den Regen, damit wir pflanzen können.  Der Garten wird ziemlich groß und es ist genügend Platz für viele verschiedene Gemüsearten. Von unseren Vorgängern wissen wir, das Kürbis nicht gut funktioniert, Tomaten dafür umso besser… ich bin mal gespannt.

Natürlich ist in der ganzen Zeit in der ich nicht geschrieben habe noch viel mehr passiert. Ich denke aber das es jetzt erstmal an Infos reicht, soviel kann man ja gar nicht auf einmal lesen*g*.

Ich melde mich das nächste Mal pünktlicher,

bis dahin!

Eure Nadine

Dies und Das

September 19, 2007

Gestern ist Verena mit uns Mädels nach Gitega gefahren. Um halb neun ging es los auf die ca. zweistündige Autofahrt. In Gitega angekommen habe wir eine kleine Rundfahrt durch den Ort gemacht um die Sehenswürdigkeiten zu sehen. Es gibt zugegebenermaßen nicht besonders viele  . Ein paar Denkmäler und den Baum der die Mitte Burundis kennzeichnet. Andere sagen er würde sogar in der Mitte Afrikas stehen. Ein wunderschöner riesiger Baum.
Die Kids sind am Wochenende Umgezogen. Es hat alles gut geklapt. Es fehlen nur leider noch einige Matratzen und das Dach für den Aufenthaltsraum ist noch nicht ganz fertig. Es fehlt im Moment ein bisschen an Geld. Deswegen muss die Fertigstellung noch warten. Die Kinder sind denke ich ganz zufrieden. Es haben auch fast alle einen Platz in Schulen in Kanyosha gefunden.
Heute Mittag um 12 kommt Herr Kamm aus Tönisvorst ins Chez André. Er ist gestern in Buja angekommen und will sich mit mir und Verena austauschen. Ich bin gespannt was er hier vorhat. Sein Projekt in Gitega haben wir leider gestern nicht besucht, weil wir nicht genug Zeit hatten. Ich hoffe ich werde während seinen Aufenthalt hier noch dazukommen. Er bringt mir auch die Spenden mit, die meine Familie und Freunde für uns hier zusammengelegt haben, davon werde ich die 14 Matratzen kaufen, die den Kindern im Straßenkinderheim fehlen. So müssen sie nicht mehr zu dritt in einem Bett oder auf halb abgerissenen Matratzen schlafen. An dieser Stelle ein ganz großes Dankeschön an meine Eltern Klaudia und Arie van Huuksloot, Leo und Maria Hannapel, Mareike Theisen, Angelika Stangenberg und an Vincenzo und Sylvia Moreale. Ich werde versuchen ein paar Fotos hoch zu laden, damit ihr seht was ich mit eurem Geld anstelle *g*.
Im Heim Uranderera ist es grade ein wenig unruhig. Kiki und Gaston sind zurück zu ihren Müttern gegangen. Sie wurden abgeholt und sollen nun langfristig in den Familien bleiben. Einmal pro Woche geht Clauthilde die Kinder besuchen und guckt, ob es ihnen auch gut geht.
Es sind auch mehrere neue Kinder im Heim. Zwei Mädchen und zwei Jungs. Einer von den Jungs kommt aus den Straßenkinderheim. Er wird bei uns wohnen, weil seine Schule zu weit von Kanyosha entfernt ist.
Zurzeit ist bei Verena Besuch aus den Niederlanden. Ein Mann Namens Arend van Herwijnen.. Er arbeitet für eine Fima, die sich „pum“ nennt. Dort arbeiten Menschen unendgeldlich, die eigentlich schon im Ruhestand sind und gerne ihr Wissen und ihre Fähigkeiten an andere weitergeben wollen. Er ist Techniker und soll Verena beratend zur Seite stehen was das Chez André anbelangt. Ich habe mich heute morgen schon mit ihm unterhalten. Er scheint sehr nett zu sein. Ich bin gespannt, ob er helfen kann das Restaurant aufzupeppen.
So für heute soll es reichen. Ich muss noch zu einem Gespräch mit Verena und einem Schüler aus ihrer Schule.
Bis bald eure Nadine

Umzug

September 12, 2007

Haaaaallooooo zu Hause!! Ich komme gerade vom Markt, habe den Kindern Bananen gekauft und die ganze Ladung direkt oben abgeliefert. Jetzt bin ich im Chez André. Gestern Morgen haben wir angefangen mit den Arbeiten im neuen Heim in Kanjosha. Um 10 Uhr wollten wir 8 große Jungs aus dem Centre Birashoboka abholen, damit sie uns helfen Aus 10 Uhr wurde dann halb 12 weil der Chauffeur so spät war und wir noch Farbe und Pinsel für die Betten kaufen mussten. Als wir im Heim angekommen sind hatten die Kinder schon die beiden Holzhäuser abgerissen,  die als Essensraum und Fernsehraum gedient haben. Bienvenu, der Heimleiter dort, meinte, dass die Jungs schon um 5 Uhr am Morgen damit angefangen haben. Es hat mich sehr gefreut zu sehen, dass die Kinder so fleißig und motiviert waren. Die Bretter wurden dann mit einem gemieteten Lastwagen transportiert, sodass wir auch im neuen Heim ein zusätzliches Gebäude bauen können.

Zusammen mit Ruth und Kerstin haben wir den ganzen Tag Betten angestrichen und den Platz für das Ess- und Hausaufgabenzimmer von Steinen und Dreck befreit. Am Nachmittag habe ich mit Cesar, dem Trommellehrer Brot und Cola für die gesamte Bande gekauft. Gegen 17 Uhr wurden wir abgeholt. Heute Morgen ging es dann weiter. Wir haben einiges geschafft. Dem Haus fehlt nur noch das Dach und die Betten sind fertig. Jetzt weiß ich sogar, wie man hier ein stabiles Holzhaus baut!! Kerstin und Ruth konnten heute leider nicht mithelfen, sie mussten um 9 Uhr in der Schule in Kajaga sein, um mit den Lehrern Deutschunterricht zu machen. Ich bin musste erst um 14 Uhr bei den Schülern sein. Der Unterricht war heute besser als das letzte Mal. Ich habe einen kleinen Test mit den Kindern geschrieben, schon ein komisches Gefühl selber zu unterrichten und nicht die Geprüfte zu sein. Einer der Schüler, Kadhafi wird leider Freitag das letzte Mal dabei sein. Er wird die Schule wechseln, weil seine Leistungen zu schlecht sind. Zum Abschied treffen wir uns Freitag nicht in der Schule, sondern am Strand um dort zuerst ein bisschen Unterricht zu machen und dann eine Cola dort zu trinken.

Gestern Abend haben wir fünf Mädels bei den Jungs gegessen. Jean, der verantwortlich ist für sie, hat bei unserer Versammlung am Montag angemerkt, dass die Jungs gerne auch mal mit uns essen wollen. Da wir sonst wirklich nur bei den Mädchen gegessen haben, sind wir dem Wunsch gerne nachgekommen. Es gab Isombe, Maisbrei und Bohnen, mhhhh sehr lecker.

Sonntag haben Kerstin, Ruth und ich einen Ausflug mit den Kleinsten aus dem Heim gemacht. Jonas, ein neues Kind, Vianney, Kiki und Gaston. Richard war leider nicht dabei, weil er in der Kirche war. Wir sind mit ihnen an den Strand gefahren. Ich denke manchmal ist es ganz gut die Kleinen alleine mitzunehmen. Wenn die Großen dabei sind bekommen sie nie die volle Aufmerksamkeit. Seitdem ist Kiki auch aufgetaut. Vorher hat sie sich immer versteckt und war ganz schüchtern, jetzt sitzt sie bei uns in der Küche und plappert vor sich hin. Eigentlich ist sie auch alles andere als schüchtern, sogar ganz schön frech für ihr Alter. Sie ist drei, wird aber in drei Monaten vier.

Gestern Abend hatte Doriane wieder einen Anfall. Warum wissen wir nicht. Sie hat sich in ihrem Zimmer verschanzt und die Tür zugehalten und dabei laut gebrüllt und geweint. Als Ruth und Kerstin hin sind, um nach ihr zu sehen, hat sie sich schnell beruhigen lassen. Danach hat sie ein bisschen geschlafen. Zum Glück ging es ihr später wieder besser. Sie hat sogar mit meiner Oma gequatscht als sie mich angerufen hat. Total süß, hat auch französisch und Kirundi „hallo“ gesagt und dann ihren Namen. Leider versteht meine Oma weder das Eine noch das Andere, aber der kleinen Maus hat es trotzdem einen riesigen Spaß gemacht. Manchmal reicht bei den Kindern ein kleiner Streit aus, um sie aus dem Gleichgewicht zu bringen. Bei Vianney ist es ähnlich. Die Vergangenheit der  Kinder kommt dann ganz plötzlich wieder hoch.

So ich werde mich jetzt mal wieder auf den Weg ins Heim machen. Vielleicht gehen wir heute Abend noch ne Runde Billard spielen und ein Bierchen trinken in der Kiriribar. Bis dahin fühlt euch gedrückt. 

September 8, 2007

Donnerstag 06.09.07

Am Dienstag haben wir uns für den Kirundikurs eingeschrieben. Ruth, Kerstin und ich werden ab dem 24.9. wenn alles gut geht anfangen. Es hängt nur davon ab, wie viel Leute sich melden. Wenn es nur wenige sind  wird die Zeit um einen Monat verkürzt. Der Kurs wird zweimal die Woche stattfinden, immer montags und mittwochs abends von 18:30 bis 20:00 Uhr. Ich hoffe wir werden einiges lernen, auch wenn für mich die Zeit hier schon bald vorbei sein wird nach dem Kurs. Ich werde versuchen meinen Rückflug auf Mitte Februar zu legen. Der Gedanke schon sobald wieder abzureisen gefällt mir gar nicht.

Am Abend habe ich lange mit den großen Jungs aus unserem Heim geredet. Langsam werden sie aufgeschlossener. Die Mädchen fragen uns jeden Tag, ob wir nicht mit ihnen essen wollen. Ich denke ihnen fehlt die Gesellschaft von Philipp beim Abendessen *g*. Es fällt uns schwer nein zu sagen, aber es geht nicht, dass wir ständig den Kindern was wegessen es reicht wenn wir uns ab und zu mal einladen lassen. Auch wenn eigentlich genug da ist, ist es besser wenn wir unser eigenes Essen kochen und in unserer Küche essen. Es spricht ja nichts dagegen danach zu den Kindern zu gehen um mit ihnen zu quatschen.

Imani hat die letzten zwei Abende damit angefangen die „Herr der Ringe“ Folgen zu zeigen, auf Französisch versteht sich. Selbst das verstehen zwar nur die großen, aber Bilder gucken ist ja auch spannend. Die Kinder freuen sich immer riesig, wenn sie neue Filme zu sehen bekommen. Leider funktioniert der Fernseher nicht richtig, sodass wir die Filme auf dem Laptop zeigen.

Gestern waren Kerstin, Ruth und ich in der Schule. Wir haben die Wand im Kindergartenzimmer vorgezeichnet. Ich wollte eigentlich parallel zu dem Deutschunterricht der Lehrer mit Lenas Schülern Deutsch machen, die sind aber leider anstatt um 9 erst um 14 Uhr da gewesen. Jetzt haben wir uns auf morgen 14 Uhr geeinigt. Ich hoffe es klappt.

Nachdem wir in der Schule waren haben wir die Straßenjungs besucht. Eigentlich wollten wir beim Umzug helfen, der ist aber auf Samstag verschoben worden, weil die Duschen im neuen Heim noch nicht fertig sind und es mit dem Strom noch Probleme gibt. So haben wir ein exklusives Trommelkonzert zusehen bekommen. Ich bin danach direkt mal Tamburinaire geworden. Ab jetzt zweimal die Woche Probe inklusive Tanz. Mal sehen ob ich mich nicht zu dumm anstelle.

Heute haben Kerstin und ich Englischunterricht dort gegeben mit 25 Kindern. Ab nächster Woche werden wir den Kurs teilen. Mal abgesehen davon, dass die Zahl sich von alleine schnell verringern wird machen wir einen Kurs mit denjenigen, die bei Philipp schon einiges gelernt haben und einen mit den Anfängern. Selbst Celestine die Krankenschwester aus Muyinga will mitmachen. Heute saß sie auch schon die ganze Zeit dabei und hat fleißig Vokabeln mit abgeschrieben. Ich freue mich schon auf die Fortschritte. Die Kinder sind sehr motiviert.

Nach dem Unterricht hatten die Jungs „Tanzstunde“. Wir haben mitgemacht. Fasts zwei Stunden ausgiebiges Training, ich kann euch sagen danach waren wir beide so was von fertig. Meine Beine werde ich morgen wohl nicht mehr ohne Schmerzen bewegen können!! Es hat sooo viel Spaß gemacht. Leider habe ich mich glaube ich noch ein bisschen dumm angestellt, aber das kommt schon noch. Gut das wir Emma hier oben im Heim haben der auch mitmacht. So können wir exklusiven Einzel-Nachhilfeunterricht bekommen.

Heute Nachmittag habe ich eigentlich die meiste Zeit mit warten verbracht. Das Motorrad war kaputt und ich habe auf einen bekannten gewartet, der mir das Ding wieder fitt gemacht hat. Als er dann da war ging es eigentlich auch relativ schnell. Danach bin ich dann voll beladen mit 13 Ananassen nach oben gefahren und habe noch das letzte Volleyballspiel mitspielen können. Ruth und Kerstin haben schon vorher angefangen. Eigentlich wollten sie mit den Mädels Basketball spielen, aber das Feld war belegt.

Laura hat jetzt Internet hier oben!! Schade das es bei mir nicht geklappt hat. Mir hatte auch jemand so eine Karte versprochen und jetzt habe ich sie doch nicht bekommen. Das Gerät kostet etwa 130.000 FBU und man kann die Karte dann beliebig wie eine Handykarte auflande. Das geht schneller und ist günstiger als normales Internet hier. Mal sehen vielleicht finden wir ja eine Lösung und ich beteilige mich an dem Ding und ich kann dann auch ab und zu von hier oben aus ins Netz für mich alleine ist mir so was zu teuer.

So ich werde jetzt mal duschen gehen, leider ist es schon reichlich spät, was die kalte Dusche nicht besonders attraktiv macht…aber  ich hab’s wirklich nötig J

Bis dahin also!!!

 

Sam, 8.09.
War grade im Straßenkinderheim. Seit 9:30. habe meine erste Trommelstunde bekommen. Ich sags euch das mach soooo viel Spaß!!! Jetzt nutze ich die ruhige Mittagszeit um den Text ins Netz zu stellen. Heute Mittag ist Sport mit den Kids oben angesagt und heute Abend sind wir bei Thomas eingeladen einer von den Bodyguards hier. Haben ihr gestern Abend im Toxic getroffen. Er ist wirklich sehr nett. Ich mal gespannt wie die Party wird. Ich denke mal fast nur Weiße…Naja mal sehen bisher habe ich mit solchen Partys hier eher nicht so gute Erfahrungen gemacht, sind ein bisschen langweilig. Morgen gehen wir dann endlich mal wieder an den Strand wenn das Wetter gut ist. Am Montag ziehen die Straßenkids dann endgültig um nach Kanyoscha. Also ich melde mich bald wieder.

 

Tschöööhöööö

 

 

 

 

 

Für den Überblick

September 4, 2007

Die Fondation Stamm, gegründet von Verena  Stamm, kümmert sich um Waisen und Straßenkinder, sowie um junge Mütter die alleinerziehend sind. Des Weiteren wird im Moment eine Schule errichtet. Dort sollen 1000 Kinder zur Schule gehen und etwa 40 Kinder den Kindergarten besuchen können. Wer sich genau über die Fondation informieren will sollte sich unbedingt die Seite www.burundikids.org ansehen!! Das erspart mir alles doppelt aufzuschreiben und ist zudem präziser.

In Bujumbura gibt es drei Heime in denen ich hauptsächlich arbeite. Zum einen das Centre Uranderera in dem wir auch wohnen und das für Aidswaisen, Kriegswaisen und Kinder offen steht deren Mütter einen neuen Mann geheiratet haben. Es ist leider oft so, dass die neuen Ehemänner die Kinder aus erster Ehe nicht akzeptieren und die Mütter erst eine Chance auf eine Widerheirat haben, wenn sie die Kinder abstoßen. Das Centre Uranderera befindet sich in einem der reichsten Viertel der Stadt. Ein krasser Kontrast zu der Lebensgeschichte der Kinder. Für ihr weiteres Leben außerhalb des Heims bedeutet das jedoch auch, das sie sich umstellen und darüber im Klaren sein müssen, dass sie wenn sie das Heim eines Tages verlassen unter anderen umständen leben müssen. Die meisten Kinder hier sind sehr wissbegierig und haben Spaß am lernen. Ihnen ist bewusst, dass die Bildung ihre einzige wirkliche Chance auf ein besseres Leben ist.

Das Zusammenleben mit den ca.65 Kindern hier ist ein richtiger Fulltimejob. Als ich angekommen bin waren es nur 20, aber jetzt neigen die Ferien sich dem Ende entgegen und diejenigen die in den Ferien bei Verwandten waren kommen zurück. Vielen von ihnen hat der Aufenthalt bei den Familien nicht so gut getan. Sie kommen viel dünner und oft krank zurück. Trotzdem ist es wichtig den Kontakt zu den  Familien aufrecht zu halten und zu beobachten wie die Situation in den Heimatorten sich verändert. Das Ziel des Heimes hier ist es schließlich auch die Kinder wieder zu reintegrieren solange die Umstände es erlauben. Manchmal verfügen die Mütter die neu geheiratet haben auch über ein gewisses Einkommen und es ist eigentlich angebracht dass sie in diesen Fällen ihre Kinder finanziell unterstützen. Jedes Kind hier das von der eigenen Familie unterstützt werden kann ist eine Entlastung für die Fondation. Verena zahlt essen, Kleidung, Schulgelder, Schulhefte und Stifte, Krankenhausaufenthalte und vieles mehr.

Jetzt wo alle wieder ankommen haben wir Kinder hier im Alter von 3 bis 22 Jahren. Dabei ist die älteste eine Ausnahme. Sie hat Probleme in der Schule und schafft es nicht sich eigenständig zu versorgen. Verena unterstützt sie zwar weiterhin, doch muss auf Dauer eine Lösung für dieses Problem gefunden werden. Es ist allgemein so dass die Kinder hier erwachsen werden und irgendwann das Heim verlassen müssen. Es gibt jedoch keine feste Regelung wann oder in welchem Alter genau das passieren soll. Im Heim lernen die Kinder zwar eine gewisse Verantwortung gegenüber den jüngeren aber sie befinden sich doch immer in einer Art Schutzraum der es ihnen erlaubt das Erwachsenwerden aufzuschieben.

Verena wird in kürze jedoch ein Haus in der Stadt mieten um dort die älteren Kinder unterzubringen. Zunächst werden dort wohl erstmal die großen Jungs aus dem Straßenkinderheim leben, aber es ist möglich dass sich eine ähnliche Lösung für die jungen Erwachsenen hier ergeben wird. Letztlich ist all das eine Kostenfrage und abhängig von den Mitteln die der Fondation zur Verfügung stehen. Es ist nur verständlich das Verena diejenigen die sie seit mehreren Jahren begleitet nicht einfach so vor die Tür setzten, sondern sie auf ihrem weitern Weg begleiten will.

Jetzt zurück zu unserer Wohnsituation hier. Ich lebe hier mit 4 andren jungen Frauen. Ruth und Kerstin absolvieren hier ihren Freiwilligen Dienst. Sie werden ein Jahr bleiben, genau wie Lena, Julia, Marie und Philipp vor uns. Imani und Laura sind überraschender Weise auch noch dazu gestoßen. Sie werden uns hier bei der Arbeit mit den Kindern unterstützen, sind aber ohne eine Organisation hierher gekommen. Sie wollen einfach ein Jahr hier verbringen um Land und Leute kennen zu lernen und um zu helfen. Wir alle bewohnen einen der drei Bungalows auf dem Gelände. Die beiden anderen werden jeweils von den Mädchen und Jungen bewohnt. Bei den Jungen wohnt noch ein Betreuer und bei den Mädchen die Heimleiterin Claudhilde und eine zweite Betreuerin. Sie sind für die Kinder verantwortlich und kümmern sich um sie.

Das zweite Heim hier in der Stadt ist das Centre Birashoboka. Dort leben 130 Straßenkinder, nur Jungs. Es ist zu Fuß etwa 30 Minuten von uns hier oben entfernt. Leider müssen die Kinder bald in ein anderes Heim umziehen, da die Miete erhöht wurde. Das neue Heim liegt weiter vom Stadtkern entfernt und ist wesentlich kleiner als das alte. Um das Platzproblem zu umgehen wird Verena für die Großen ein Haus in der Stadt mieten wie ich bereits erwähnt habe. Für die Kleinen müssen dann neue Schulen in der Nähe gesucht werden denn der Weg zu den Vorherigen wäre zu weit und es ist zu teuer die Kinder mit dem Bus zu schicken. Ich bin gespannt wie es nach dem Umzug sein wird.

Das dritte Heim befindet sich in Kamenge, ein Stadtteil von Bujumbura. Dort leben Mütter zwischen 13 und 18 Jahren mit ihren Babys. Ab Mitte September wird auch dort wieder ein Kindergarten sein, der offen für die anderen Kinder des Viertels ist. Dort werden wir zu dritt einmal die Woche die Kindergärtnerin unterstützen und Anregungen für die Förderung der Kinder geben.

Es ist Verena wichtig den Kindergarten für Außenstehende zu öffnen, da das Ansehen der Frauen die im Heim wohnen nicht das Beste ist und Verena vermeiden will, dass die Menschen der Fondation und speziell den Frauen mit Argwohn und Abneigung begegnen. Durch den Kindergarten eröffnet Verena den anderen Müttern die Möglichkeit das Heim als positiv und nützlich zu betrachten und somit auch den Kontakt zu den dort lebenden Frauen zu verbessern.

 

Heute habe ich das erste Mal mit ein paar Jungs aus dem Straßenkinderheim am Laptop gearbeitet. Philipp hat damit angefangen und sie wollen es gerne weitermachen. Vielleicht ergibt sich auch bald die Möglichkeit einen Computer im Heim zu installieren. Das wäre hilfreich, weil auf meinem Laptop alles auf Deutsch und die Tastenkombination andres ist.

Die Kinder sind alles noch traurig weil die anderen weg sind, es geht aber mit jedem Tag besser und wir haben alle das Gefühl akzeptiert zu werden. Mir ist wichtig, dass die Kinder wissen, dass wir für sie da sind und das sie immer zu uns kommen können wenn sie Sorgen haben und reden wollen. Ich denke wenn wir uns auf sie einlassen und zuhören bekommen wir alles doppelt und dreifach zurück.

Gestern haben wir mit den Jungs aus unserem Heim Volleyball gespielt und Vorgestern habe ich das Planschbecken aufgebaut für die kleinen. Das Wetter ist seitdem ein bisschen schlechter geworden, es ist bewölkt und es hat vereinzelt geregnet.

Heute Abend hat Julia angerufen und ich habe sie an ein paar Kinder weiter gegeben. Anita hatte danach Tränen in den Augen. An EUCH: Ihr werdet ganz doll vermisst, genau wie ihr die Kinder vermisst!!!! Wir tun unser Bestes um zu trösten und abzulenken. Alan hat die Gitarren hier gestimmt als er heute Morgen da war, und wir haben mit Dorine gesungen, Gaston kommt ganz oft kuscheln ist abends aber auch hundemüde und weint manchmal wegen einer Kleinigkeit ist aber schnell wieder zu beruhigen. Dorianes Bein ist ein bisschen schlimmer geworden, an zwei kleinen Stellen ist es wieder offen. Ich denke das kommt vom Abschiedsstress. Ich creme fleißig ein! Claudhilde hat sich die Haare wieder ausgekämmt, ganz ungewohnt für mich ich kenne sie ja nur anders. Epiphannie ist wieder da. Lena, ich hab ihr die Tüte gegeben, sie hat sich sehr gefreut. Leider ist sie ein bisschen krank. Nase zu und so, aber nichts Schlimmes. Vianney kümmert sich rührend um den Neuen Jonas. Ich denke sie sind etwa im gleichen Alter und Vianney tut es gut einmal einen Schützling zu haben. Von den großen Jungs hört und sieht man nicht ganz so viel. Emma hatte gestern den ganzen Tag schlechte Laune. Ich denke seiner Mutter geht es wieder schlechter. Die Schwester war auch schon wieder da um Bericht zu erstatten.

Gestern Abend hatten wir eine Versammlung zusammen mit Imani und Laura. So konnten sie sich Jean, Kingkong und Claudhilde vorstellen. Wir haben gemeinsam beschlossen die Zimmer bei den Jungs zu streichen, ich hoffe wir bekommen morgen die Farben.

Ihr vier fehlt mir hier, ich denke viel an euch. Das bleibt auch nicht aus, denn wenn ich in die Gesichter der Kinder gucke sehe ich euch. Ihr habt sehr viel hier gelassen und sehr viel bewirkt, ihr werdet immer in den Herzen der Kinder sein!!

 

schon 6 Wochen…

September 2, 2007

Jetzt bin ich schon 6 Wochen hier in Burundi und entdecke jetzt erst die Möglichkeit einen Weblock einzurichten. Eigentlich hatte ich das am Anfang auch garnicht vor, aber jetzt denke ich mir, dass ich einfach mehr Leute erreichen kann wenn ich meine Erlebnisse ins Internet stelle.

Wie ihr seht habe ich links zu Ruths und Kerstins Seiten hinzugefügt, wer Lust hat kann ja mal vergleichen inwiefern die Eindrücke unterschiedlich  auf uns wirken.  Ich habe schon ein paar Rundmails geschickt, werde aber nochmal ausführlich alles berichten für diejenigen, die von meiner Eingewöhnungszeit hier noch nichts gelesen haben. Ich werde mich beeilen den ersten längeren Eintrag zuschreiben!!

Bis dahin alles Liebe Nadine